Huawei P20 Pro Kamera: Vor- und Nachteile

Heute wurden die neuen Huawei P20 Modelle vorgestellt, darunter das P20 Lite, das “normale” P20 Modell und das sehr fortschrittliche P20 Pro. Huawei bietet damit ein äußerst kostspieliges Flagschiff Smartphone (UVP: 899 Euro) mit einem besonderen Feature an. 

Das Huawei P20 Pro kommt mit einer speziellen Kamera-Technik, zu der wir heute schon eine Meinung haben. Wir wollen darüber reden, welche Vor- und Nachteile die neue Triple-Kamera des P20 Pro hat.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Huawei P20 Pro Triple-Kamera
  2. Exkurs: Bokeh-Effekt
  3. P20 Pro Kamera: Vor- und Nachteile
  4. Fazit

Die harten Fakten: Auf der Rückseite des Huawei P20 Pro befinden sich drei Leica Kamera-Linsen. Eine der Kamera-Linsen macht Fotos im RGB-Bereich und mit 40 Megapixeln, die Monochrom-Linse macht 20 Megapixel-Fotos und dann haben wir noch eine spezielle Telephoto-Linse mit 8 Megapixeln. Was soll das Ganze nun eigentlich? Das Spezielle ergibt sich aus der Zusammenarbeit der drei Kamera-Linsen: die 40 MP Linse ist natürlich die Hauptkamera, mit der Monochrom-Kamera kann man laut Huawei besonders kontrastreiche Fotos erstellen und mit der dritten Linse lässt sich dann der Bokeh-Effekt simulieren.

Was hat es eigentlich mit dem Bokeh-Effekt auf sich? Das iPhone 7 hat vor eineinhalb Jahren mit diesem neuen Effekt Aufsehen erregt. Der Bokeh-Effekt simuliert eine Tiefenschärfe bzw. -unschärfe. Bekannt ist das vor allem aus hochwertigen DSLR-Kameras oder einfach früher aus den analogen Spiegelreflex-Kameras. Die konnten nämlich Objekte im Hintergrund unscharf und Objekte im Vordergrund scharf darstellen. Das fehlte seit jeher eigentlich in der digitalen Fotografie, aber vor allem in Smartphone-Kameras. Die KI der Kamera-Software macht es jetzt möglich, Objekte zu erkennen, die weiter weg und näher an der Kamera dran sind. Die Software bastelt dann einen unscharfen Hintergrund und stellt nähere Objekte schärfer dar. Das ist näher dran am menschlichen Sehen und sieht fürs menschliche Auge schick aus. Die Smartphone-Hersteller sind Apple in dieser Idee gefolgt, und das vor allem aus einem Grund: Selfies sind halt beliebt, und wenn man Portrait-Aufnahmen so gestalten kann, dass der Hintergrund unscharf und der Vordergrund (also das Gesicht) scharf sind, kann man damit super Selfies und Portrait-Aufnahmen machen.

Vorteile: Die Leute fotografieren gerne mit Smartphones. Apple hat das als erster großer Smartphone-Hersteller erkannt und seine Kameras in den iPhone Modellen optimiert. Huawei hat jetzt schlauerweise gleich den Schritt der Optimierung seiner Dual-Kamera übersprungen und setzt drei Linsen ein. Das Schlaue ist aber die Software im Huawei P20 Pro. Die Kamera Software erkennt die Umgebung, das Motiv (im Idealfall) und nimmt alle wichtigen Einstellungen automatisch vor. Natürlich gibt es auch beim P20 Pro den Pro-Modus bei der Kamera, bei dem man alle Einstellungen dann selbst anpassen kann. Aber im Prinzip will Huawei mit der intelligenten Software auftrumpfen: Die KI des P20 Pro stellt alles so ein, dass Portraitaufnahmen super gelingen und alle anderen Szenen ebenfalls perfekt eingefangen werden. Auch die OIS, die optische Bildstabilisierung ist dieses Mal bei einer Linse mit an Bord. Die 8 MP Telephoto-Linse bringt dieses wichtige Feature mit.

Nachteile: Niemand kommt auf die Idee, die zweite (oder jetzt auch dritte) Linse für Weitwinkel-Aufnahmen einzusetzen – also niemand außer LG bei dem LG G6, das mehr oder weniger gefloppt ist. Wenn die Hersteller so auf die Fotografie wertlegen, sollten sie diese Möglichkeit in Zukunft auch bedenken. Auch ist strittig, ob die Monochrom-Linse tatsächlich so viele wertvolle Informationen zum Kontrastwert der Fotos beitragen kann.

Letztendlich ist es immer gut, wenn ein Smartphone-Hersteller seine Kamera-Technik weiter entwickelt. Bei Huawei muss man in Zukunft bei dem Huawei P20 Pro dafür einen ordentlich hohen Kaufpreis zahlen. Das P20 bringt schon weniger Kamera-Technik mit, das P20 Lite noch weniger. Gute Fotos sind in Zukunft nur noch den Elite-Flagschiffen vorbehalten? Das wäre schade und keine gute Entwicklung.

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